Berufliche Tätigkeiten im Freien können krebsartige Hauterkrankungen hervorrufen. Darauf weist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) anlässlich des Europäischen Tages des Hellen Hautkrebses am 13. September hin. Die Belastung der Haut durch UV-Strahlung stellt damit für die Beschäftigten im Agrarbereich ein besonderes Risiko dar.

Mit dem alljährlichen Tag des Hellen Hautkrebses will die Europäische Hautkrebsstiftung die Aufmerksamkeit auf Gefahren von Hautkrebserkrankungen lenken. Angaben der Stiftung zufolge sind die weltweit steigenden Zahlen von Hautkrebserkrankungen alarmierend. Die seltenste und gleichzeitig die gefährlichste Form von Hautkrebs sind die sogenannten Melanome. Anfällig für diesen „Schwarzen Hautkrebs“ sind Menschen, die eine helle Haut und obendrein viele Pigmentmale haben. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit jedem Sonnenbrand.

Sehr viel häufiger kommt der „Helle Hautkrebs“ vor. Diese Form ist weniger aggressiv als die schwarze Variante und hat höhere Heilungschancen. Heller Hautkrebs kann vor allem an den Stellen entstehen, die über Jahre hinweg ungeschützt der Sonnenstrahlung ausgesetzt waren, wie etwa Gesicht, Ohren, Lippen, Hände und Unterarme. Aktuellen Studien zufolge tritt heller Hautkrebs in Europa häufiger auf als bisher angenommen. Überdurchschnittlich festgestellt wurden Erkrankungen wie Plattenepithelkarzinome und aktinische Keratosen bei Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten, vor allem aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit. Dazu zählen nicht zuletzt die Beschäftigten in der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und im Gartenbau.

Die SVLFG unterstützt die Prävention zum Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung. Dabei gilt grundsätzlich: Technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang gegenüber persönlichen Schutzmaßnahmen. Wo es möglich ist, sollten demzufolge Arbeitsplätze im Freien beschattet werden. Sortierarbeitsplätze, Arbeitsplätze am Bedienstand von Maschinen oder auch Arbeiten auf kleinen Flächen wie etwa Pflasterarbeiten bieten in der Regel Möglichkeiten, einen Sonnenschutz durch Sonnenschirme, Sonnensegel oder Sonnendächer zu installieren. Zudem sollte an sonnenintensiven und heißen Tagen Arbeit im Freien vor- oder rückverlegt werden, um Zeiten des Sonnenhöchststandes zumindest teilweise zu vermeiden.

Zu den persönlichen Sonnenschutzmaßnahmen zählen insbesondere die Nutzung von Sonnenbrillen mit UV-Schutz, Kopfbedeckung und das Bedecken gefährdeter Körperteile durch geeignete Kleidung, und zwar auch mit UV-Schutz. Beim Kauf von Sonnenschutzmitteln für die Haut sollten Mittel mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 gewählt werden.

In Deutschland ist die Hautkrebsvorsorge eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch die Versicherten der SVLFG als landwirtschaftliche Krankenkasse können ab dem 35. Lebensjahr unentgeltlich am Haut-Screening teilnehmen. Bei Verdacht einer Hautveränderung sollte unverzüglich der Hautarzt aufgesucht werden.

Weitere wertvolle Hinweise zu diesem Thema liefert die Broschüre der SVLFG „Sonnenschutz in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau“.

Die SVLFG ist zuständig für die Durchführung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung für über 1,6 Millionen Mitgliedsunternehmen mit ca. 1 Million versicherten Arbeitnehmern, der Alterssicherung der Landwirte für fast 250.000 Versicherte und über 600.000 Rentner sowie der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung für über 700.000 Versicherte im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Sie führt die Sozialversicherung zweigübergreifend durch und bietet ihren Versicherten und Mitgliedern umfassende soziale Sicherheit aus einer Hand. Die SVLFG ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau tätigen Menschen und ihrer Familien.