Richtigen Anstellwinkel beachten!

Damit auch die diesjährige Obsternte wieder eine sichere Ernte wird, rät die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG): Sorgen Sie vor und überprüfen Sie alle Leitern und Stützen regelmäßig vor dem Einsatz auf Tauglichkeit. Benutzen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit auf gewachsenem Boden Leiterspitzen, Zurrgurte, Leiterhaken oder – wenn nötig – auch einen Niveauausgleich. Vor allem aber: Steigen Sie nur auf die Leiter, wenn Sie sich wirklich körperlich fit fühlen! Denn Stürze von Leitern zählen zu den häufigsten Unfällen. Die Unfälle verlaufen oft tragisch und mit lebenslangen Folgen für die Betroffenen. Die Kosten für die Versichertengemeinschaft gehen in die Millionen. Dabei ließen sich viele Unfälle mit einfachen Maßnahmen vermeiden.

Leitern sind Unfallhauptschwerpunkt
Leitern kommen überall zum Einsatz, bei der täglichen Arbeit im Betrieb, bei Bauarbeiten, im Haushalt, im Obstgarten. 2012 sind der SVLFG über 3.000 Unfälle in Zusammenhang mit Leitern gemeldet worden, darunter sechs tödliche. Knapp 9 Prozent der Leitersturzunfälle ereigneten sich letztes Jahr bei der Obsternte. Dabei sind Kosten in Millionenhöhe entstanden: für die Heilbehandlung, für anschließende Rehabilitationsmaßnahmen und für Renten.

Damit bei der Obsternte nichts passiert …
Benutzen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit Leiterspitzen, Zurrgurte, Leiterstützen oder – wenn nötig – auch einen Niveauausgleich. Vor allem aber: Steigen Sie nur auf die Leiter, wenn Sie sich wirklich körperlich fit fühlen! Wer seine Leiter an Ästen sichert, der muss unbedingt vorher darauf achten, dass der gewählte Ast auch tragfähig ist! Legen Sie die Leiter möglichst nahe am Stamm an, denn dort sind die Äste in der Regel stabiler. Eine Anlegeleiter ist immer durch einen Gurt im Baum zu sichern.

Die sicherste Methode der Ernte ist, auf dem Boden zu bleiben und beispielsweise einen Apfelpflücker zur Obsternte zu verwenden. Wenn Sie eine Obstanlage neu planen, können Sie durch die Auswahl niedrig wachsender Bäume (Niederstämme) auch hier bereits das Unfallpotenzial deutlich verkleinern.

Stellen Sie die Leiter im richtigen Winkel an – das sind rund 70 Grad und achten Sie darauf, dass beide Holme an gesunden Ästen aufliegen. Um zu gewährleisten, dass die Leiter unten sicher steht, mindestens 7 cm l lange Leiterspitzen aus Metall verwenden. Der Fachhandel bietet nachrüstbare Spitzen für gängige Leitertypen an. Besonders bei großer Trockenheit muss darauf geachtet werden, dass die Spitzen tief genug im Boden stecken! Ist der Boden durch lange Trockenperioden sehr hart, ziehen Sturzunfälle in der Regel auch schlimmere Verletzungen nach sich.

Leiter gegen seitliches Wegrutschen am Leiterkopf mit einem Zurrgurt sichern. Bei Grundstücken am Hang: Leiterfüße an die jeweilige Neigung anpassen! Ein Leiterfuß mit Niveauausgleich und Spitzen ist hier sehr empfehlenswert. Zusätzliche Maßnahmen sind die Verwendung von Stützen. Durch eine Drei-Punkt-Aufstellung und die Verankerung der Spitzen im Erdboden stehen diese Leitern sehr fest.

Wer weitere Informationen über sichere Leitern bekommen möchte, der kann sich das kostenlose Faltblatt „Sicherer Umgang mit Leitern“ herunterladen unter www.svlfg.de (im Bereich <<Service <<Broschüren <<Prävention).