Von der Altersstruktur her sind die Erwerbstätigen in der Landwirtschaft im Vergleich zur übrigen Erwerbsbevölkerung deutlich älter. Älter werden auf dem Betrieb und noch lange in den betrieblichen Alltag integriert zu sein, ist eine Herausforderung. Es gibt Wege, damit positiv umzugehen und so die körperliche und seelische Gesundheit möglichst lange zu erhalten.

Bei jedem Menschen verändern sich mit zunehmendem Alter gewisse körperliche Voraussetzungen und Fähigkeiten. Der Körper verliert an Schnelligkeit, Elastizität und Regenerationsfähigkeit – ein natürlicher biologischer Vorgang. Umso wichtiger ist es, seinem Alter entsprechend arbeiten zu können. Arbeit kann eine Quelle von Vitalität sein. Belastende Arbeit hingegen kann die Gesundheit gefährden und zu Unfällen führen. Die Gerontologin Margret Baltes entwickelte ein Modell, das zeigt, wie man trotz zunehmender Funktionseinbußen ein Maximum an Lebensqualität erzielen kann. Wenn sich körperliche und geistige Fähigkeiten mit zunehmendem Alter verändern, kann dies durch folgende Strategien ausgeglichen werden.

Selektion: Das ganze Leben selektieren wir Möglichkeiten. Im Alter schränkt sich die Vielfalt der Möglichkeiten ein. Wer gesund älter werden will, sollte mit seinen Energien haushalten und gezielt auswählen, welchen Tätigkeiten und Aufgaben er seiner Kraft widmen möchte.
Optimierung: Bessere Arbeitsorganisation sowie gezieltes körperliches und geistiges Training optimieren Fähigkeiten und Tätigkeiten. Verbessert wird die Leistung auch durch ausreichend Bewegung, gute Ernährung und Entspannung.

Kompensation: Sich selbst gegenüber zugeben, dass man bei gewissen Dingen Hilfe braucht, um Defizite auszugleichen – sei es mittels Brille, Hörgerät, Treppenhandlauf oder Notizzettel. Schlechte Konzentration kann durch eine ruhige Arbeitsumgebung kompensiert werden.

Aus der Versichertenbefragung „55plus“, an der in der Landwirtschaft tätige Menschen ab dem 55. Lebensjahr teilnahmen, entwickelte die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gezielte Gesundheitsangebote. Beispielweise die Trainings- und Erholungswoche für Pflegepersonen, die neben ihrer Arbeit für den Betrieb unschätzbare Dienste für pflegebedürftige Angehörige leisten. Ebenso das Gesundheitsthema Betriebsübergabe, das von Jung und Alt gemeistert werden muss. Oder das psychosoziale Netzwerk, das bei großer emotionaler Belastung, zum Beispiel nach einem schweren Unfall, greifen soll. Und nicht zuletzt die Trittsicher-Bewegungskurse, die die Mobilität und den Erhalt der Selbständigkeit fördern. Diese Angebote sollen helfen, gesund alt zu werden. Mit Kostenzuschüssen zu „Kurzkuren“ und qualifizierten Gesundheitskursen will die SVLFG vermitteln und motivieren, etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

Die SVLFG ist zuständig für die Durchführung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung für über 1,5 Millionen Mitgliedsunternehmen mit ca. 1 Million versicherten Arbeitnehmern, der Alterssicherung der Landwirte für über 220.000 Versicherte und über 600.000 Rentner sowie der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung für ca. 700.000 Versicherte im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Sie führt die Sozialversicherung zweigübergreifend durch und bietet ihren Versicherten und Mitgliedern umfassende soziale Sicherheit aus einer Hand. Die SVLFG ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau tätigen Menschen und ihrer Familien.