Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat die durch die Gremien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung beschlossenen Änderungen in der Ersthelfer-Ausbildung zum 1. April 2015 übernommen.

Die Anzahl der Unterrichtseinheiten ändert sich von bisher 16 für die Grundausbildung und acht für die Fortbildung auf jeweils neun Unterrichtseinheiten. Dadurch wird der Praxisanteil insgesamt mehr in den Vordergrund gerückt und der Zeitaufwand für die Ausbildung durch eine kompaktere Gestaltung auf einen Tag reduziert. Die Fortbildung erfährt durch die zusätzliche Unterrichtseinheit eine Aufwertung zugunsten vermehrter zielgruppenorientierter Themeninhalte.
„Wir begrüßen diese Änderungen und erhoffen uns, dass sich der erhöhte Praxisanteil bei der Sicherstellung der Ersten Hilfe in unseren versicherten Unternehmen positiv auswirkt“, so Bernd Schulte-Lohmöller, Vorsitzender des Präventionsausschusses der SVLFG.

In den letzten Jahren haben sich in der Ersten Hilfe deutliche Vereinfachungen ergeben, zum Beispiel im Bereich der Reanimation. Gleichzeitig weisen diverse wissenschaftliche Studien darauf hin, dass die Themenfülle insbesondere in der Grundausbildung negative Auswirkungen auf die mittel- bis langfristigen Kenntnisse der Teilnehmer hat. Sowohl die Unfallversicherungsträger als auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe haben sich aus den vorgenannten Gründen dafür ausgesprochen, die Ersthelfer-Ausbildung und Fortbildung zu überarbeiten.

Die SVLFG trägt für versicherte Unternehmen mit mindestens zehn Versicherten oder bei besonderen Gefährdungen die Kosten für die Ersthelferausbildung. Berufsgenossenschaftlich anerkannte Ersthelfer-Ausbildungen führen ermächtigte Ausbildungsstellen durch. Diese sind im Internet zu finden unter www.bg-qseh.de. Liegen die Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die LBG vor, können Teilnehmer direkt beim Anbieter unter Nennung der LBG-Mitgliedsnummer angemeldet werden. Sie erhalten nach erfolgreicher Kursteilnahme eine Bescheinigung, die gut aufzubewahren ist. Teilnahmegebühren sind nicht an den Veranstalter zu entrichten. Dieser rechnet direkt mit der SVLFG ab.

In Betrieben mit bis zu zehn Versicherten ist es in der Regel ausreichend, dass mindestens eine Person den Kurs „Sofortmaßnahmen am Unfallort“, der während der Führerscheinausbildung absolviert wird, vorweisen kann. Hierfür erfolgt keine Kostenübernahme durch die SVLFG.

Über die Anzahl benötigter Ersthelfer gibt die Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSG) 1.3 „Erste Hilfe“ oder der Bereich Prävention der SVLFG Auskunft. Die VSG ist im Internet abzurufen unter www.svlfg.de > Prävention > Gesetze und Vorschriften > Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Die SVLFG ist zuständig für die Durchführung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung für über 1,6 Millionen Mitgliedsunternehmen mit ca. 1 Million versicherten Arbeitnehmern, der Alterssicherung der Landwirte für fast 250.000 Versicherte und über 600.000 Rentner sowie der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung für über 700.000 Versicherte im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Sie führt die Sozialversicherung zweigübergreifend durch und bietet ihren Versicherten und Mitgliedern umfassende soziale Sicherheit aus einer Hand. Die SVLFG ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau tätigen Menschen und ihrer Familien.